Die Religion der Kelten in der antiken Literatur, Band III

Projektleiter:

emer. O. Univ. Prof. Dr. Gerhard Dobesch

Mitarbeiter:

Mag. Dr. Andreas Hofeneder

Projektlaufzeit:

01.02.2007 bis 14.09.2010

Projektnummer:

P 19521

Ziel des vorliegenden Projektes ist die Erstellung des dritten und letzten Bandes von Die Religion der Kelten in den antiken literarischen Zeugnissen. Sammlung, Übersetzung und Kommentierung. Hiervon ist der erste Band, der die frühen Zeugnisse bis inklusive Caesar umfaßt, bereits im Jahr 2005 erschienen und hat in der Fachwelt sehr positive Resonanz erfahren. Der zweite Band, der die einschlägigen Nachrichten von Cicero bis Florus enthält, steht knapp vor der Fertigstellung und wird noch 2006 zum Druck eingereicht werden.
Der projektierte dritte Band soll unmittelbar an diesen zweiten anschließen und die restlichen, noch ausstehenden Zeugnisse von Appian bis in die Spätantike beinhalten.

Für die keltische Religion bilden die griechischen und lateinischen literarischen Nachrichten, neben den archäologischen und epigraphischen Befunden, unsere wichtigste Quelle. Dieses Material wurde in den 30er-Jahren des 19. Jh.s erstmals von Johannes Zwicker in seinen Fontes Historiae Religionis Celticae zusammengestellt. In dieser aus heutiger Sicht veralteten Sammlung blieben jedoch viele relevante Zeugnisse unberücksichtigt; außerdem wurden nur die Originaltexte ohne jeglichen Kommentar angeführt. Ziel der neuen Quellenedition ist es, diese Defizite zu beheben: Eine Fülle von bei Zwicker noch fehlenden Zeugnissen wird die Materialbasis wesentlich erweitern. Zum besseren Verständnis werden allen griechischen und lateinischen Testimonien deutsche Übersetzungen zur Seite gestellt. Außerdem soll jedes der chronologisch angeordneten Zeugnisse mit einem ausführlichen Kommentar versehen werden, in dem unter Berücksichtigung der einschlägigen modernen Forschungsliteratur die oftmals problematischen Stellen möglichst umfassend analysiert werden. Berücksichtigt werden hierbei Fragen der Text- und Quellenkritik, ferner wird das einzelne Testimonium in den größeren Rahmen des jeweiligen Werkes gestellt und auf textimmanente Bezüge und Eigengesetzlichkeiten gewisser Literaturgattungen eingegangen. In der anschließenden inhaltlichen Analyse wird der religionshistorische Informationsgehalt und Aussagewert dargelegt und interpretiert. Zu diesem Zweck wurden die Forschungsergebnisse diverser Disziplinen herangezogen, die oftmals zu einem besseren Verständnis der rein literarischen Zeugnisse beitragen und diese zu bestätigen oder zu korrigieren vermögen.

Durch solche Grundlagenforschung an den Originalzeugnissen sollen diese unentbehrlichen und sehr wichtigen Texte auch für jene ForscherInnen, die Griechisch und Latein nicht vollständig beherrschen, bequem und zuverlässig zugänglich gemacht werden. Der wissenschaftliche Nutzen des geplanten Bandes für eine Reihe verschiedener Disziplinen auch außerhalb der Altertumswissenschaften darf hoch veranschlagt werden, da hier einem wichtigen Desiderat der gesamten Keltenforschung Genüge getan wird.