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Der hellenistische und römische Ostrakismosdiskurs –
Überlieferung, Wandel und zeitgenössische Intentionen

Mitarbeiter: Herbert Heftner  / Vera Hofmann

Laufzeit: 1. Januar 2016  bis  31. Dez. 2018

 

Der Ostrakismos, das berühmte „Scherbengericht“ der athenischen Demokratie, hat in der antiken Überlieferung vergleichsweise reiche Spuren hinterlassen, allerdings ist es gerade diese Reichhaltigkeit der Quellen, die die Forschung vor gravierende Probleme stellt. Die wesentlichen Fragen zum Wesen und zum Ablauf des Ostrakismosverfahrens können nicht aufgrund zeitgenössischer Quellen, sondern nur anhand der von Autoren der hellenistischen und römerzeitlichen Epoche gebotenen Evidenz beantwortet werden. Denn im Gegensatz zu Autoren wie Theophrast, Philochoros, Plutarch oder Dio Chrysostomus sahen die Zeitgenossen keine Veranlassung, Selbstverständliches zu erklären.

Im vorliegenden Projekt wird nun erstmals eine übergreifende Analyse aller ostrakismosbezogenen Textpassagen aus hellenistischer und römischer Zeit und ihre Verwertung zur Erstellung eines Gesamtbildes des Ostrakismos in Angriff genommen.

Basierend auf dem die zeitgenössischen Quellenzeugnisse enthaltenden ersten Band der Edition der ostrakismosrelevanten Stellen (P. Siewert [Hg.], Ostrakismos-Testimonien, Stuttgart 2002) zielt das Projekt darauf ab, erstens den zweiten Band der Ostrakismos-Testimonien, der die hellenistischen und römerzeitlichen Quellenstellen erfassen wird, vorzulegen und zweitens anhand dabei erarbeiteten Detailanalysen die Fragen nach Natur, Funktion und politischer Rechtfertigung des Ostrakismos auf neuer Grundlage zu beantworten. Es eröffnet sich die seltene Gelegenheit, den Diskurs zu einer zentralen Institution der athenischen Demokratie von der Zeit ihrer Einführung bis in die römische Kaiserzeit in seiner Entwicklung nachzuverfolgen und zu rekonstruieren.

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