Etruskologie und italische Altertumskunde


Das antike Italien vor der Romanisierung war ein ausgesprochen völker- und sprachenreiches Gebiet. Der Forschungsbereich beschäftigt sich einerseits mit den Etruskern, die einen sehr eigenständigen Charakter aufweisen und als eine der ersten großen Kulturnationen Europas zu bezeichnen sind, darüber hinaus aber auch mit den anderen ethnischen und kulturellen Gruppen der Apenninhalbinsel und der vorgelagerten Inseln. Dazu gehören die sog. einheimisch-italischen Völkerschaften (z.B. Latiner, Umbrer, Veneter, Samniten etc.) sowie im Laufe des 1. Jahrtausends v.Chr. eingewanderte Gruppen wie Phöniker/Punier, Griechen und Kelten. Der chronologische Bogen spannt sich von der späten Bronzezeit im 11.-10. Jh.v.Chr. bis zur frühen römischen Kaiserzeit im 1. Jh.n.Chr. Aus kulturhistorischer Sicht kam besonders den Etruskern eine Schlüsselrolle in der Vermittlung von Kulturtraditionen und kulturellen Errungenschaften des östlichen Mittelmeeraums in den Westen zu.

Obwohl das Interesse an den Etruskern schon sehr alt ist und eine erste intensive Beschäftigung bereits in der Frührenaissance begann, handelt es sich beim Fach „Etruskologie und Italische Altertumskunde“ um eine relativ junge Wissenschaftsdisziplin. Nach wichtigen Vorläufern wie Emil Vetter und Ambros Josef Pfiffig konnte der erste Wiener Lehrstuhl für ‚Etruskologie und Italische Altertumskunde‘ 1994 mit Luciana Aigner-Foresti [Link] besetzt werden. 1998 errichtete das Istituto Nazionale di Studi Etruschi ed Italici, das Florentiner Mutterinstitut der Etruskerforschung, eine selbständige Auslandssektion in Wien, die heute an unserem Institut angesiedelt ist.

Die Wiener ‚Etruskologie und Italische Altertumskunde‘ hat sich stets dem Grundsatz der unter einem Dach vereinten Analyse aller zur Verfügung stehenden Quellenarten (philologischer, epigraphischer und archäologischer Natur) verpflichtet gefühlt und in ihrer langen Genese einen deutlich historisch orientierten Zugang entwickelt. Dies bedingt vor allem in methodischer Hinsicht eine starke altertumswissenschaftliche Interdisziplinarität.

Spezielles Studienangebot für Studierende aller Fächer:

Spezielles Studienangebot für Studierende aller Fächer:

Erweiterungscurriculum „Etrusker und Italiker. Vielfalt im antiken Italien“ (15 ECTS)

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