ao. Univ.-Prof. Doz. Mag. Dr. Herbert Heftner


Curriculum Vitae

1962 geboren

1985-1991
Diplomstudium der Alten Geschichte und Klassischen Philologie an der Universität Wien

1991
Sponsion zum Magister der Philosophie (Titel der Diplomarbeit: Administrantes ac Iudices. Untersuchungen zum Ämter- und Gerichtswesen im burgundisch-romanischen Königreich an der Rhone; Betreuer: Prof. Dr. Gerhard Dobesch)

1991-1994
Doktoratsstudium der Alten Geschichte an der Universität Wien

1994
Promotion zum Doktor der Philosophie (Titel der Dissertation: Plutarch und der Aufstieg des Pompeius. Ein historischer Kommentar zu Plutarchs Pompeiusvita Kapitel 1- 45; Betreuer: Prof. Dr. Gerhard Dobesch)

1994-2008
beschäftigt als ‚Vertragsbediensteter des höheren Dienstes in wissenschaftlicher Verwendung’ am Institut für Alte Geschichte der Universität Wien

1994-2002
Tätigkeit als Universitätslektor an der Universität Wien

2002
Habilitation; Erteilung der venia legendi für das Fach Alte Geschichte per Dekansbeschluß am 30. 10. 2002 (Habilitationsschrift: Der oligarchische Umsturz des Jahres 411 v. Chr. und die Herrschaft der Vierhundert in Athen)

2002-2008
Lehrtätigkeit als Universitätsdozent im Rahmen der venia legendi an der Universität Wien

2008 Überstellung zum Vertragsdozenten mit der Funktionsbezeichnung ‚Außerordentlicher Professor’. Seither in dieser Funktion am Institut für Alte Geschichte, Altertumskunde und Epigraphik der Universität Wien tätig

Wissenschaftliche Arbeitsfelder und Arbeitsvorhaben

  1. Untersuchungen zur athenischen Politik des 5. und 4. Jh. v. Chr.:
    • Derzeit fokussieren sich die Forschungsaktivitäten in diesem Feld auf das von H. Heftner gemeinsam mit Dr. Vera Hofmann betriebene Projekt zur Fortsetzung der von A. E. Raubitschek und P. Siewert geleiteten Wiener Forschungen zur Quellenkunde und Geschichte das athenischen Ostrakismos, das am 1. 1. 2016 begonnen hat und auf eine Dauer von drei Jahren angelegt ist: Der hellenistische und römische Ostrakismosdiskurs
    • Die diesbezüglichen Forschungen sollen einerseits in einer Edition und Kommentierung der aus der hellenistischen und römisch-kaiserzeitlichen Epoche stammenden Quellenzeugnisse zum Ostrakismos, andererseits in einer Reihe von Aufsatzpublikationen ihren Niederschlag finden. Derzeit vorrangig in Arbeit ist ein Aufsatz über „Das große verfahrenstechnisch-historische Scholion über den Ostrakismos [Philochoros FGrHist 328 F 30 / Theophrast fr. 640abFortenbaugh] – Versuch einer Rekonstruktion.“
  2. Untersuchungen zur Geschichte der römischen Expansion und der römisch-karthagischen Beziehungen im 3. Jh. v. Chr.
    • Derzeit in Arbeit sind Untersuchungen zur Vorgeschichte und Anfangsphase des Ersten Punischen Krieges, die sich in mehreren Aufsatzpublikationen niederschlagen sollen.
    • In weiterer Folge ist eine neue Untersuchung der Evidenz zum sogenannten "Ebro-Vertrag" von 226/225 v. Chr. in Aussicht genommen, die sich derzeit im Stadium der laufenden Untersuchung befindet.

Publikationen

A) Monographien

Plutarch und der Aufstieg des Pompeius. Ein historischer Kommentar zu Plutarchs Pompeiusvita. Teil I: Kap. 1-45", Frankfurt/M. u. a. 1995. 

Der Aufstieg Roms. Vom Pyrrhoskrieg bis zum Fall von Karthago, Regensburg 1997.

Der oligarchische Umsturz des Jahres 411 v. Chr. und die Herrschaft der Vierhundert in Athen. Quellenkritische und historische Untersuchungen, Frankfurt/M. u. a. 2001.

Von den Gracchen bis Sulla. Die römische Republik am Scheideweg, Regensburg 2006. 

Alkibiades. Staatsmann und Feldherr, Darmstadt 2011.

B) Aufsätze und Miszellen

Ps.-Andokides´ Rede gegen Alkibiades ([And.] 4) und die politische Diskussion nach dem Sturz der ‘Dreißig’ in Athen, Klio 77, 1995, 75-104.

Der κεραμεὺς Λυκοῦργος von Hesychios κ 2265 Latte (= fr. com. adesp. 362 K.-A.): ein Komödienwitz über den Ostrakismos?, ZPE 119, 1997, 13-19.

Die Rede für Polystratos ([Lys.] XX) als Zeugnis für den oligarchischen Umsturz des Jahres 411 v. Chr. in Athen, Klio 81, 1999, 68-94.

Die Rede für Polystratos ([Lys.] 20) und die Katalogisierung der Fünftausend während des athenischen Verfassungsumsturzes von 411 v. Chr., in: P.Scherrer / H. Taeuber / Hilke Thür (Hgg.), Steine und Wege. Festschrift für Dieter Knibbe zum 65. Geburtstag, Wien 1999, 221-226.

Die τρία κακά des Theramenes. Überlegungen zu Polyzelos fr. 3 und Aristophanes fr. 563 Kassel-Austin, ZPE 128, 1999, 33-43.

Der Ostrakismos des Hyperbolos: Plutarch, Pseudo-Andokides und die Ostraka, RhM 143, 2000, 32-59. 

Markus Tullius Cicero jako spisovatel a politik (Cicero als Politiker), Menerva 3, 2000, 56-62. [tschechisch, mit deutscher Zusammenfassung; üs. v. Doz. Igor Lisovy /Budweis].

Die pseudo-andokideische Rede ”Gegen Alkibiades” ([And.] 4) - ein authentischer Beitrag zu einer Ostrakophoriedebatte des Jahres 415 v. Chr.?, Philologus 145, 2001, 39-56.

Zur Datierung der Ostrakisierung des Hyperbolos, RSA 30, 2000 [2001], 27-45. 
Comites, iudices, iudices deputati. Untersuchungen zum Gerichtswesen im südgallischen Burgunderreich (443-534), Concilium medii aevi 5, 2002, 119-141. 

Ende und ‚Nachleben’ des Ostrakismos in Athen, Historia 52, 2003, 23-38. 

Bemerkungen zur Rolle der Probuloi während des oligarchischen Umsturzes in Athen 411 v. Chr., Prometheus 29, 2003, 213-227. 

Oligarchen, Mesoi, Autokraten: Bemerkungen zur antidemokratischen Bewegung des späten 5. Jh. v. Chr. in Athen, Chiron 33, 2003, 1-41. 

Die Vorstellung von Theseus als dem Begründer der Demokratie im Athen des 5. und 4. Jh.v.Chr., in: A. Barzanò u. a. (Hgg.) Modelli eroici dall’ antichità alla cultura europea: Bergamo, 20.-22. Nov. 2001 (Alle radici della casa comune europea 4), Rom 2003, 41-54.

Das Hilfsangebot der Römer an Ptolemaios III. bei Eutrop 3,1 in: H. Heftner/K. Tomaschitz (Hgg.), Ad fontes! FS für Gerhard Dobesch zum 65. Geburtstag, Wien 2004, 247-255. 

Theophrast und die Vorstellung von Theseus als dem ersten Opfer des Ostrakismos in Athen, RhM 148, 2005, 129-164.  

Phrynichos Stratonidou Deiradiotes als Politiker und Symbolfigur der athenischen Oligarchen von 411 v. Chr. in: U. Bultrighini (Hg.), Democrazia ed antidemocrazia nel mondo greco. Atti del Convegno internazionale di studi – Chieti, 9.-11. aprile 2003, Alessandria 2005, 89-108. 

Eine Episode aus dem römischen Bundesgenossenkrieg bei Diodor (Diodor. 37,15), in: F. Beutler/W. Hameter (Hg.), "Eine ganz normale Inschrift" .... und ähnliches zum Geburtstag von Ekkehard Weber. Festschrift zum 30. April 2005, Wien 2005, 75-87.  
Marius und der Eid auf das Ackergesetz des Saturninus. Zu Appian, Bella civilia I 29-31 und Plutarch, Marius 29, Tyche 20, 2005, 23-45. 

Bemerkungen zur Bundesgenossenpolitik des M. Livius Drusus, in: P. Amann/M. Pedrazzi/H. Taeuber (Hgg.) ITALO-TUSCO-ROMANA. Festschrift für Luciana Aigner-Foresti zum 70. Geburtstag, Wien 2006, 249-257. 

Der Beginn von Sullas Proskriptionen, Tyche 21, 2006, 33-52. 

Punica fides. Das römische Feindbild der ‚Punischen Treulosigkeit’ und der Ausbruch des Zweiten Punischen Krieges in: G. Mandl/I. Steffelbauer (Hgg.), Krieg in der Antiken Welt, Essen 2007, 356-375. 

Die Haltung Roms während des karthagischen Söldnerkrieges und die Annexion Sardiniens, Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft N. F. 31, 2007, 107-129.
 
Der Streit um das Kommando im Krieg gegen Mithridates (Diodorus Siculus 37,2,12) und die versuchte Konsulatskandidatur des C. Iulius Caesar Strabo, Tyche 23, 2008, 79-100. 

Überlegungen zum athenischen Ostrakismos, Dike 11, 2008 [2010], 75-109. 

Hopliten und Hippeis unter dem Regime der ‚Dreißig Tyrannen’ in Athen, Tyche 26 (2011), 141-163

Bemerkungen zu den ‚Amnestie’- und ‚Restitutions’-bestrebungen der  nachsullanischen Ära, in: K. Harter Uipobuu/F. Mitthof (Hgg), Vergeben und Vergessen? Amnestie in der Antike, Wien 2013, 229-249 (= Wiener Kolloquien zur antiken Rechtsgeschichte Bd. 1).  

Die politische Haltung des Kritias im Jahre 411,  in: P. Mauritsch/Ch. Ulf (Hgg.) Kultur(en)-Formen des Alltäglichen in der Antike. FS Ingomar Weiler zum 75. Geburtstag, Graz 2013, 269-285.

Rechts- und Verfassungsinstrumente als Mittel der Konfliktbewältigung in der athenischen Demokratie: Stasisgesetze, Ostrakismos und graphe paranomon, Dike 15, 2012 [2013], 1-32. 

Die Intervention einer karthagischen Flotte in Tarent im Jahre 272 v. Chr. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des Ersten Punischen Krieges,  Gymnasium 121, 2014, 329-354.

C) Beiträge in Sammelwerken

in: P. Siewert (Hrsg.), Ostrakismos-Testimonien I: Die Zeugnisse antiker Autoren, der Inschriften und Ostraka über das athenische Scherbengericht aus vorhellenistischer Zeit (487-322 v. Chr.), Stuttgart 2002 [Historia-Einzelschriften Bd. 155]: 

  • Anonymer Komödiendichter (CAF Adesp. 40) - Edition und Kommentar
    Plato Comicus fr. 203 PCG VII - Edition und Kommentar (zus. mit Peter Grimanis)
  • [Andokides] 4: Verfasserschaft und Abfassungszeit der Rede (zus. mit Birgitta Eder) 
  • [Andokides] 4,2-8 - Edition und Kommentar (zus. mit Birgitta Eder)
  • [Andokides] 4,32-37 - Edition und Kommentar
  • [Andokides] 4,40 - Edition und Kommentar
  • [Andokides] 4,42 - Edition und Kommentar
  • [Andokides] 4: zusammenfassende Betrachtung der Ostrakismoszeugnisse
  • Aristoteles, Politika. Vorbemerkung: Die Abfassungszeit der Ostrakimos-Testimonien
  • Aristoteles, Politika. Zusammenfassende Betrachtung der Ostrakismos-Zeugnisse
  • Zusammenfassung Teil A:  Terminologie: Bezeichnungen des Ostrakismos-Verfahrens.
  • Zusammenfassung Teil C: Die Aussagen der Testimonien über die ‘Zielgruppe’ des Ostrakismos.
  • Zusammenfassung Teil D 2: Die literarische Überlieferung zum athenischen Ostrakismos.
  • Anhang: Anonymer Komödiendichter bei Hesychios κ 2265 (Latte) über einen κεραμεύς namens Lykurgos. 


D) Herausgeberschaften

Gerhard Dobesch, Ausgewählte Schriften, Bd. I: Griechen und Römer, Bd. II: Kelten und Germanen, Köln u. a. 2001 (zus. mit Kurt Tomaschitz).

Vorträge

am 7.5.1998 im Rahmen des ERANOS VINDOBONENSIS: ”Die Rede für Polystratos ([Lys. XX]) und der oligarchische Umsturz des Jahres 411 v. Chr. in Athen”.
 
am 13. 6. 2001 im Rahmen eines von Prof. Peter Siewert an der Universität Wien zum Thema ”Griechische Geschichtsschreibung im 4. Jh. v. Chr.” veranstalteten internationalen Workshops: ”Zum politischen Standpunkt des Autors der Hellenika von Oxyrhynchos”.
 
am 20. 11. 2001 im Rahmen des Kongresses ”MODELLI EROICI DALL’ ANTICHITÁ ALLA CULTURA EUROPEA (Bergamo 20.-22. 11. 2001)”: ”L’immagine di Teseo come fondatore della democrazia nell’ Atene del V e del IV sec. a. C.”   
 
am 28. 10. 2002 im Rahmen des Habilitationsverfahrens am Institut für Alte Geschichte der Universität Wien: „Die antidemokratische Bewegung am Ende des 5. Jh. v. Chr. in Athen”.  
 
am 9. 4. 2003 im Rahmen des Convegno internazionale di studi ”DEMOCRAZIA ED ANTIDEMOCRAZIA NEL MONDO GRECO” (Chieti, 9.-11. 4. 2003).  
 
am 11. 6. 2003 am Historischen Institut der Universität Bern: „Zwischen Oligarchie und Demagogie – die ‚Gemäßigten’ im späten 5. Jh. in Athen
 
am 16. 10. 2003 im Rahmen des ERANOS VINDOBONENSIS: „Die Vorstellung von Theseus als dem Begründer der Demokratie im Athen des 5. und 4. Jh. v. Chr.”
 
am 26. 6. 2008 im Rahmen des ‘ALTERTUMSWISSENSCHAFTLICHEN KOLLOQUIUMS DER UNIVERSITÄT ROSTOCK über: Bemerkungen zum athenischen Ostrakismos.
 
am 28. 10. 2008 im Rahmen des 1. Wiener Kolloquiums zur antiken Rechtsgeschichte: VERGEBEN UND VERGESSEN? – AMNESTIE IN DER ANTIKE (Wien 27.-28. Okt. 2008) über: Überlegungen zu den Amnestie- und Restitutionsbestrebungen der nachsullanischen Ära.
 
am 27. 10. 2009 im Rahmen des Altertumswissenschaftlichen Kolloquiums: DEMOKRATIE UND KONFLIKT. GEWALT, KRITIK UND WERTEDISKUSSION IM ATHEN DES 5. UND 4. JAHRHUNDERTS V. CHR. (Universität Augsburg WS 2009/10) über: Rechts- und Verfassungsinstrumente als Mittel der Konfliktbewältigung in der athenischen Demokratie: 'Stasisgesetz', Ostrakismos und graphe paranomon.