Etruskologie und italische Altertumskunde

Das antike Italien vor der Romanisierung war ein völker- und sprachenreiches Gebiet. Der Forschungsbereich beschäftigt sich einerseits mit den Etruskern, eine der ersten großen Kulturnationen Europas, andererseits mit den weiteren ethnischen und kulturellen Gruppen der Apenninhalbinsel sowie der vorgelagerten Inseln. Dazu gehören die sog. einheimisch-italischen Völkerschaften (z.B. Latiner, Umbrer, Veneter, Samniten etc.) und im Laufe des 1. Jahrtausends v.Chr. einge-wanderte Gruppen wie Phöniker/Punier, Griechen und Kelten. Der chronologische Rahmen reicht von der späten Bronzezeit (11.-10. Jh.v.Chr.) bis zur frühen rö-mischen Kaiserzeit (1. Jh.n.Chr.).

Obwohl das Interesse an den Etruskern schon sehr alt ist (seit der Frührenais-sance), handelt es sich beim Fach „Etruskologie und Italische Altertumskunde“ um eine relativ junge Wissenschaftsdisziplin. Im deutschsprachigen Raum ist der in Wien mit eigener Professur vertretene Forschungsbereich Alleinstellungsmerkmal.

Die Wiener ‚Etruskologie und Italische Altertumskunde‘ fühlt sich seit jeher dem Grundsatz der unter einem Dach vereinten Analyse aller zur Verfügung stehenden Quellenarten (philologischer, epigraphischer und archäologischer Natur) verpflichtet.  Die Forschung ist deutlich historisch orientiert. Methodisch bedingt dies eine starke altertumswissenschaftliche Interdisziplinarität.

Cippus Perusinus, 3.–2. Jh.v.Chr., Museo Archeologico Nazionale dell'Umbria. Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv.